Wahnsinnsmomente – oder: Ende gut, alles gut!

Kennt Ihr das?? Dieser Moment, wenn man sieht, was gleich passieren wird, und dazu verdonnert ist, quasi machtlos zuzuschauen? Solche Momente treffen gerade die Mamas immer besonders hart.

Egal ob man mit weltmeisterlich, rekordverdächtigem Tempo hinter dem Laufrad des Kleinkindes her läuft, was sich grad samt Kind bergab aus dem Staub machen möchte, oder versucht, nur mit der mentalen Kraft des Geistes die Schaukel auf dem Spielplatz, in deren Flugbahn das Kind gerade zielgenau zusteuert, anzuhalten … es sind diese Momente, wo man alles möchte  – außer zusehen!

Ich hatte gerade erst wieder das Vergnügen so eines Momentes. Sohnemann wollte mit Freunden und Fahrrädern in den Wald. Weil ich ja weiß, dass es dort ziemlich steil runter geht, bin ich mit. Natürlich habe ich (nerv, nerv, nerv…) nochmal oben am Berg … oder sollte ich Hügel schreiben? Wir wohnen ja nicht in den Alpen, mh … egal! Ich habe also auf dem Hügel, der für uns im Norden ein Berg ist, darauf hingewiesen: „Leute, bitte das Bremsen nicht vergessen!“ Worauf ein typisches „Ja, jaaaaa …“ folgte.  (Was sonst?…)

Die Jungs also am Runterfahren … Ich bleibe, da ich schon eine leise Ahnung habe, oben stehen.

Und dann folgt extra für mich der Film: „Drahteselflug des Schreckens“ – natürlich  in Zeitlupe (und mindestens 3D!)

Auf den ersten Metern bremsen die Jungs noch ein wenig, doch nach ca. sieben Metern sind meine Warnungen erst aus den Händen (die eigentlich für das Bremsen zuständig sind), dann aus den Köpfen entschwunden. Hat der Fahrtwind wahrscheinlich fortgetragen. Ich sehe, wie das Fahrrad meines Junegn anfängt zu wackeln … es wackelt stärker … es schlingert … wird schneller … und schneller … ich halte die Luft an – der Eichelhäher der gerade noch gekräht hat auch.

Ich weiß: Es wird passieren! Ich könnte schreien, könnte laufen, könnte versuchen zu fliegen …ähm hä? … ach nee! Doch egal! Denn all dies würde genauso viel nützen wie zum Beispiel sich auf dem Klo vom Autobahn-Parkplatz zum dritten Mal nach dem immer noch nicht vorhandenem Klopapier umzuschauen…

Bleibt also nur noch zu beten und zu hoffen! „Bitte, bitte lieber Schutzengel, sei verdammt nochmal wach und lass es nicht zu schlimm ausgehen!“
Das Fahrrad schlingert mittlerweile mehr als ein Wackeldackel auf der Rückbank eines Kleinwagens (älteren Jahrgangs), der versucht schneller als 140 Stundenkilometer zu fahren …

Dann passiert es schließlich, das Unvermeidliche: Als erstes landet das Fahrrad unsanft auf dem Boden. „Ru-hu-hu-hum-sss“ (Zeitlupe). So einfach geht es beim Fahrer aber natürlich nicht, der macht (exklusiv für mich) nämlich erst mal einen spektakulären Salto durch die Luft. „O-OO-OOOO-jeh!“  Landet (dank Erdanziehungskraft) aber dann schließlich auch auf dem Boden …

Jeder Schrei oder jede Bewegung wird nun von einer Mutter nicht weniger hoffend und ängstlich erwartet als in den Sekunden nach der Geburt. Ich warte … Ich versuche mich groß zu machen, um was zu sehen, als ob dadurch eine Fernglasfunktion ausgelöst würde … NICHTS! … schwing mich auf mein Fahrrad, sause hinunter (Vorsicht!  – bremsen!) … Noch immer regt sich NICHTS… (außer der Eichelhäher, der keine Lust mehr auf das Spektakel hat und davon fliegt…)

Und dann, endlich!!!! (2 Sekunden, aber gefühlte 100 später) Er bewegt sich… es schreit, es lebt! Mein Baby lebt …! Halleluja …  🙂

Beim Kind angekommen, wird erst mal das Mama-Unfall-Notfall-Standard-Unterwegsprogramm aufgefahren, was da heißt: pusten, trösten, liebhaben … aber auch  in immer häufigeren Fällen: „bewundern“. Denn ein „Großer“ heult ja nicht mehr einfach so und schon gar nicht vor seinen Freunden (…!) Also grinst mich mein kleiner „Mister Cool“ die Beine reibend vom Boden an: „Mama, hast du den coolen Stunt gesehen?“
„Cool? … Ähm ja! … das war echt der „Waaaaahhhhhnnnsinn“  😉   … aber bitte … ich verzichte gerne auf die Wiederholung, abgemacht?!“
„Och … na gut!“

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