„Wortverteidigung“ … na dann!

Die letzten Weihnachtsplätzchen sind aufgegessen und mittlerweile auch längst alle Silvesterböller verraucht. Ja, ich gebe es zu… wir haben auch ein wenig geknallt. Denn als Mama oder Papa einem Neunjährigem Jungen von vornerein zu sagen: „Wir knallen überhaupt nicht“ ist so als wenn man sagen würde: „Die anderen dürfen alle Spaß haben…  aber du nicht! “ – Das geht gar nicht und würde einem sicher noch vorgehalten werden wenn man sich schon längst im Großelternmodus befindet. Das mit dem *gar nicht* Knallen wurde von mir dann nur als Alternative auf Motzerreien in punkto „zu wenig“ angedroht. – Und siehe da > mit einem einfachen „ok“ war alles geklärt…..

So einfach ist das leider nicht immer. Gerade in letzter Zeit ist bei uns mal wieder der Wurm drin … der Oppositionswurm sozusagen und der sitzt bei meinem Jungen irgendwo hinter, auf oder im Ohr und sorgt dafür das er bei fast ALLEM was ich sage erst mal protestiert.

Wir hatten neulich folgenden Dialog:

Er: „Mama, mecker doch nicht immer so viel“

Ich: „Du meckerst ja selber, du Schlingel!“

ER: „Ich meckere nicht, das ist Wortverteidigung!“

*Wortverteidigung*  heißt im Klartext > er müsse sich ja schließlich wehren … gegen mein Gemecker. … der „Arme“  haha…  😀

„Gemecker“ aus Kindersicht ist so ziemlich alles was damit zu tun hat vom Kind etwas zu wollen. Wir Mamas wollen ja nerviger Weise fast immer etwas und dies natürlich genau in dem Moment wenn die Kinder lieber in Ruhe gelassen werden wollen. – Das kennen wir andersrum ja eigentlich auch, mit dem Unterschied das die Kleinen von uns eigentlich eher folgende Worte hören: „Einen Moment bitte, mein Schatz!“  oder: „Ja, komme gleich!“ oder: „Muss nur noch eben … und dann …“

Wenn WIR allerdings was wollen kommen meist solche Antworten: „Oh manno“ oder: „doof“ oder: „schon wieder“ oder: „gemein“  …. „immer ich“ … „warum?“ … „wieso?“ …  „jetzt schon?“ und so weiter…

Weil sie ja merken dass wir ab und an mal was vergessen, zumindest wenn es um den Einkauf oder den Termin vom Zahnarzt geht, stellen sich manche Kinder auch bis auf Weiteres taub und hoffen > dass bei uns plötzlich auftretendes Vergessen einsetzt.                        … ein bis zehn Versuche scheint es oft wert zu sein…

Um mal kurz die Sache aus der Kindersicht zu betrachten>> kommen sie bei uns zugegebener Maßen tatsächlich mal vor – solche kurzzeitigen Vergessensattacken. Aber leider nicht dann wenn die Kinder sie sich wünschen. Jede Mama kennt das: der Staubsauger läuft noch nicht mal eine Minute, das Mittagessen steht auf dem Herd und wird nebenbei umgerührt, dann hört man von irgendwo ein: „Mama ….brabbelbrabbelbrabbel“. Beim ersten Mal ruft man noch: „Ich kann nichts verstehen, der Staubsauger ist so laut. Bin gleich fertig“ oder sowas. Darauf folgt ein lauteres „Mama… brabbelbrabbelbrabbel“… Das wiederholt sich vielleicht noch ein, zwei Mal – mit dem Ergebnis das man verärgert den Staubsauger ausmacht, denn könnte ja sein das das Kind mit den Füssen aus dem Fenster hängt (zum Beispiel…) und wir es hätten retten können… (auweia) es aber egoistischer Weise (weil wir nichts lieber tun als staubsaugen…) nicht gerettet haben. Man schaut also (obwohl vorher fest vorgenommen es NICHT zu tun) um die Ecke und fragt was denn los ist.

In 99,9 Fällen ist es dann so etwas „Hochwichtiges“ wie eine neue Sammelspielkarte, oder eine Legofigur die auf einem Bein stehen kann, bei Mädchenmamas vielleicht eine neue Puppenfrisur (……………….. wow!)  Für das Kind unverständlich das wir aufgrund dieser tollen Attraktion nicht sofort zu ihm kommen, sagen wir: das wir *eben* noch zu Ende saugen, da wir sonst ja nie fertig werden und uns dann auf den Weg machen werden um das Kunstwerk zu bewundern. „Ok“ – sagt das Kind und wartet. – Leider scheint bei Kindern Multitasking noch nicht zu funktionieren, denn spielen UND warten geht nicht, also warten sie. ….. und warten …. und warten….

Wir laufen derweil mit dem Telefon am Ohr (was zwischendurch geklingelt hatte) wieder in die Küche, denn da ist das Kartoffelwasser übergekocht. So.. kleiner stellen, Herd abwischen. Telefongespräch nach 20 Minuten (war falsch verbunden… hihi, nein Spaß!) beenden. Während des Telefonierens wurde noch eben die Wäsche sortiert. So.. Gemüse umrühren und schnell den Staubsauger wieder anmachen damit die Küche noch vor dem Essen gesaugt ist.

– So.. saugen > check!  Essen fertig > check! Kind rufen ….  Kind rufen ………………………………  !!

Kind rufen …………………………………………………… !!!  Kind??????

*Ups* *ach so, ach ja, oje* > Das war dann mal so eine „Vergessensattacke“ unsererseits. Das Kind sitzt immer noch im  Kinderzimmer und schmollt. Mit schlechtem Gewissen und „leichter“ Verspätung wird das Kunstwerk von uns nun ausschweifend bewundert (insofern sich der wartende Nachwuchs nicht schon wieder davon abgewandt hat) … und in solchen Situationen wird wieder schnell klar: „meckern“ und „schimpfen“ können nicht nur Mamas gut …

Fazit: „Wortverteidigung“ will eben gelernt sein … auf beiden Seiten!  😉

Aber keine Sorge >> bestimmt kommt bald ein „Wortgefecht“  wo auch mal wieder Liebes – Kuschel und Knuddelwörter hin und her geworfen werden … da schießen dann auch wir Mamas ausnahmsweise gerne zurück…   🙂    🙂

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